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...das legendäre Kultgetränk verdankt seinen Ruf nicht zuletzt seiner euphorisierenden, berauschenden Wirkung. Aus Anis und Wermut wird eine Spiritouse gebraut, die versetzt mit den verschiedensten Kräutern zu einem der vielseitigsten Getränke in Bezug auf Geschmack und Farbe avanciert. Derzeit gibt es ca. 20 verschiedene Absinthe auf dem deutschen Markt, denen eines gemeinsam ist: Absinth verkörpert die Besonderheit eines traditionellen Aperitifs in Verbindung mit zahlreichen Legenden und wahren Begebenheiten. Es vereint das Interesse an Verbotenem mit der Möglichkeit des Legalen. Die Wirkung Die Wirkung des Absinths geht über die anderer Spirituosen hinaus, denn er enthält neben Alkohol noch weitere psychoaktive Substanzen. Maßgebliche Bedeutung kommt dabei dem Thujon zu, einem Inhaltsstoff des Wermutextrakts. Der zu den Beifußgewächsen zählende Wermut (Artemisia absinthium) ist eine strauchartige Pflanze, die, wenn sie es schön trocken hat, graugrünliche gefiederte Blätter sprießen läßt, gelbliche rispenförmige Blütenköpfe treibt und es bis auf einen stolzen Meter schafft. Bereits in der Antike wurde Wermut, in Wein gegeben, von Pythagoras und Hippokrates als Arzneimittel gegen vielerlei Leiden empfohlen. Im Mittelalter hängte man ihn ins Dachgestühl oder legte ihn unters Kopfkissen, da man meinte, auf diese Weise die Pest fernzuhalten. Die besondere berauschende Wirkung des Absinths, wie er Mitte des 19. Jahrhunderts gebrannt wurde, beruhte nach allgemeiner Auffassung in erster Linie auf dem Zusammenspiel von hohem Alkohol- und damals noch sehr hohem Thujongehalt. Anders als andere Spirituosen schien Absinth bereits in kleinen Mengen euphorisierend und stimulierend zu wirken, in größeren Mengen soll er auch eine halluzinogene Kraft entfaltet haben. Über diese Besonderheit des Absinths sagte Oscar Wilde:" Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge." All dies machte den damaligen Absinth zwar attraktiv, lud aber auch zu unmäßigem Konsum ein. Für die meisten Menschen war Absinth niemals mehr als ein besonders belebendes Getränk, starker Mißbrauch hingegen hatte nicht selten Abhängigkeit zur Folge. Dies trug zu der allgemeinen Hysterie um den Absinth bei, die zur Zeit des 1. Weltkrieges zu einem Verbot in beinahe allen westlichen Staaten führte. Innerhalb der Europäischen Union 1988 wurde Absinth mit erheblich reduziertem Thujongehalt wiederzugelassen. Selbstverständlich entspricht der Absinth, den wir Ihnen anbieten, den neuen gesetzlichen Bestimmungen. Und vor allem: er hat immer noch eine einzigartige Wirkung. Denn Thujon ist bereits in geringen Dosen psychoaktiv, wogegen erst extrem hohe Dosen als gesundheitlich bedenklich eingeschätzt werden. Diese Dosen sind so hoch, daß Wissenschaftler in neueren toxikologischen Studien sogar bezweifeln, daß selbst der früher noch vergleichsweise hohe Thujongehalt des Absinths problematisch war. Maßgeblich für die Folgeschäden des Mißbrauchs war ihrer Auffassung nach ausschließlich der hohe Alkoholgehalt. Da es sich auch bei unseren Absinthen um recht potente Spirituosen handelt, raten wir zu maßvollem Genuß. Die Erfindung Im Jahre 1769 erschien im schweizerischen Neuchâtel eine Zeitungsannonce, die für das Elixier "Bon Extrait d’Absinthe" warb. Dahinter verbarg sich eine Kreation der beiden Schwestern Henriod, die aus Alkohol, Wermut, Anis, Zitronenmelisse und weiteren Kräutern ein belebendes Allheilmittel gebraut hatten. Dr. Ordinaire, ein französischer Revolutionsflüchtling, übernahm die Rezeptur und verbreitete das Mittel. Schon früh hatte man bemerkt, daß es das Gemüt auf eine ganz besondere Weise stimulierte, auf eine Weise, wie andere Alkoholika oder vergleichbare medizinische Substanzen es nicht zu tun pflegten. So wurde es bald als La Fée Verte bekannt, als Die Grüne Fee: die Erfolgsgeschichte des Absinths hatte begonnen. Aufgrund der regen Tätigkeit des Dr. Ordinaire wurde Absinth so eng mit ihm in Verbindung gebracht, daß auch heute noch die Legende kursiert, er selbst habe ihn erfunden. Der Durchbruch Kurz vor der Jahrhundertwende handelte Henri Dubied den Henriod-Schwestern das Geheimrezept ab und errichtete wenig später mit seinem Schwiegersohn Henri-Louis Pernod die erste Absinthdestillerie. Pernod begann 1805 mit seiner eigenen Produktion im französischen Pontarlier. Während der nächsten 40 Jahre fand Absinth in Frankreich allerdings kein überragendes Interesse, so daß die Fabrik in dieser Zeit gerade einmal 400 Liter am Tag verließen. Zum großen Durchbruch verhalf dem Absinth der Krieg, den Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts in Algerien führte. Ob nur zur Bekämpfung von Mikroben oder gar zur Steigerung der Kampfmoral, die Truppen erhielten Absinthrationen, und als sie dann nach Frankreich zurückkehrten, machten sie Absinth dort schnell populär. Pernod konnte die Produktion auf 20.000 Liter am Tag steigern und dann bis Ende des Jahrhunderts noch einmal verfünffachen. In Pontarlier gab es zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Destillerien, und Absinth hatte mit amerikanischen Metropolen wie New York, Chicago, San Francisco und New Orleans, mit Buenos Aires, Madagaskar, Indochina und Tahiti fast alle Teile der Welt erreicht. Die Blüte Unübertroffen jedoch blieb der Erfolg des Absinths in Frankreich. Dort hatte er Ende des 19. Jahrhunderts längst alle Schichten der Bevölkerung erobert. Für Alkoholisches war man ohnehin offen, und nun trank man zu jeder Tageszeit Absinth. Am Nachmittag, während die Engländer an ihren Teetassen nippten, füllten sich die Cafés, in den Gläsern schimmerte es grünlich, La Fée Verte zauberte einen Glanz auf die Augen und weckte den Esprit. Diese dem Absinth geweihte Stunde hieß schon bald l’heure verte. Den größten Zuspruch fand Absinth seit jeher bei Künstlern, Intellektuellen und Bohemiens. Diese tranken ihn nicht nur bei jeder Gelegenheit, sondern experimentierten mit seiner Wirkung, ließen sich vom Rausch inspirieren, gaben sich der Wahrnehmungsveränderung hin. Zu den namhaftesten Absintheuren zählten Baudelaire, Manet, Verlaine, Rimbaud, Oscar Wilde, Degas, Toulouse-Lautrec, van Gogh, Gauguin, Picasso. Von der Beliebtheit, deren sich Absinth in diesen Kreise erfreute, zeugen zahlreiche Anekdoten und Legenden sowie die vielen Gemälde und Gedichte, die den Absinth zum Sujet haben. Über das Werk Toulouse-Lautrecs wurde gesagt, seine Bilder seien völlig in Absinth gemalt. Damit war wohl in erster Linie die halluzinative Strahlkraft gemeint, die von vielen seiner Gemälde ausgeht, gleichzeitig aber auch angedeutet, daß Toulouse-Lautrec dem Absinth ausgesprochen zugetan war, was schließlich dazu führte, daß er eine dreimonatige Entziehungskur über sich ergehen lassen mußte. Für den Dichter Verlaine gehörte der Absinthkonsum so sehr zum täglichen Leben wie zu seinem Selbstverständnis, daß er aus seinen Trinkgewohnheiten eine Grußformel machte. Ein Literat schreibt über seine Begegnung mit Verlaine auf einem belgischen Bahnhof: "Ein Fenster in einem Wagen der dritten Klasse öffnete sich mit großem Geklapper und umrahmte das faunartige Gesicht des alten Dichters. Er rief: ‘Ich trinke ihn mit Zucker!’ Das war offenbar sein üblicher Gruß, wenn er auf Reisen war, eine Art Schlachtruf oder Parole." Baudelaire, der Verfasser des Gedichtsbands Les Fleurs du mal, wurde zum Urvater aller Punks, indem er sich seine Haare bunt färbte - er wählte Grün, die Farbe des Absinths. Wie der Maler Gauguin berichtet, hat ihm van Gogh einmal im Laufe einer Auseinandersetzung sein Absinthglas ins Gesicht geschüttet. Am nächsten Morgen konnte sich van Gogh an nichts erinnern. Drei Tage später schnitt er sich dann in einem Zustand geistiger Umnachtung seine linke Ohrmuschel ab, steckte sie in einen Briefumschlag, gab diesen einer Prostituierten und trug ihr auf, ihn gut zu bewachen... Das Verbot Bis in die späten siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts hinein war Absinth ein Luxusgetränk. Dies änderte sich, als die Reblauskatastrophe eine Weinernte nach der anderen zunichte machte und die Konsumenten sich noch mehr auf den Absinth verlegten. Da zahlreiche Absinthdestillerien nun nicht länger Branntwein, sondern aus Zuckerrohr oder Getreide erzeugten Industriealkohol verwendeten, wurde Absinth gleichzeitig billiger, so daß er auch für die Arbeiter erschwinglich wurde. Dies trug dazu bei, daß der Absinthkonsum bis zum 1. Weltkrieg noch einmal um das Fünfzigfache anstieg. Mit der massenhaften Verbreitung gingen unterschiedlich motivierte Bestrebungen einher, Absinth zu verbieten. Ärzte und Wissenschaftler versuchten nachzuweisen, daß Absinth für alle erdenklichen Übel der Zeit verantwortlich war, von Epilepsie und Impotenz über Tuberkulose und Syphilis bis hin zu Kriminalität, Suizid und Wahnsinn. Ein Absinthgegner verkündete:"Wenn Absinth nicht verboten wird, wird unser Land bald eine riesige Gummizelle sein, in der die Hälfte der Franzosen damit beschäftigt ist, die andere Hälfte in Zwangsjacken zu stecken." Klerikale und konservative Kreise sahen im Absinth die Ursache für Sittenverfall und Umstürzlertum. Ein führender Journalist schrieb:" Ich bin für Wein und gegen Absinth, so wie ich für die Tradition und gegen die Revolution bin." Die Linke hingegen meinte, Absinthkonsum würde das Klassenbewußtsein aushöhlen. Das sozialistische Blatt L’Humanité erklärte, der absinthtrinkende Arbeiter sei nicht nur ein schlechter Vater und ein schlechter Arbeiter, sondern auch ein verachtenswerter Genosse, der die gesamte Arbeiterschaft verrät. Die Antialkoholbewegung mühte sich gar, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, verbündete sich mit den Weinbauern und propagierte Wein als heilbringenden Ersatz. Gleichwohl konnten die Gegner des Absinths im Parlament keine Mehrheit für ein Verbot zustandebringen - nicht zuletzt weil der florierende Absinthhandel beträchtliche Steuereinnahmen garantierte. Mit dem Anwachsen der politischen Spannungen in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts ergriff jedoch die französische Generalität immer striktere Maßnahmen gegen den Absinthkonsum innerhalb des Militärs, weil man befürchtete, er unterminiere die Verteidigungsfähigkeit der Nation. Unmittelbar nach Ausbruch des 1. Weltkrieges erließ die Regierung auf Drängen der Militärführung ein landesweites Verkaufsverbot für Absinth. Wenige Monate später folgte das Parlament diesem Beschluß und verabschiedete ein Gesetz, welches die Herstellung und den Verkauf von Absinth untersagte. Dieses Gesetz trat im März 1915 in Kraft. In dieser Zeit wurde Absinth auch in den meisten anderen europäischen Staaten sowie in den USA verboten. Zwar wurden ohnehin weltweit prohibitionistische Gesetze erlassen, doch blieb Absinth die einzige Spirituose, die jemals ein spezielles Verbot traf, das auch nach dem Ende der Prohibition nicht wieder aufgehoben wurde. In Frankreich wurde als Absinthersatz Pastis auf den Markt gebracht, ein Anisschnaps, der jedoch keinen Wermut enthält. Aber auch der echte Absinth wurde in kleineren Mengen weiterhin hergestellt, so in Spanien und Portugal, wo er niemals illegal war, oder in Böhmen sowie der französischen Schweiz, der Heimat des Absinths, wo sich bis heute eine rege Schwarzbrennertradition erhalten konnte. Die Renaissance Nachdem die Europäische Union 1988 per Gesetz die Produktion und den Vertrieb von Absinth wieder legalisierte (in Deutschland erfolgte die Wiederzulassung 1991), erfährt nun dieses Kultgetränk eine wahre Renessaince. In allen Europäischen Ländern erobert Absinth die Club- und Gastronomieszene und lässt die Euphorie des 19. Jahrhunderts wieder aufleben. In Deutschland begann der neue Siegeszug der "Grünen Fee" in Berlin. Kaum eine Diskothek oder ein Club der Hauptstadt wo Absinth in den verschiedenen Trinkvarianten nicht zum absoluten Partyknaller avanciert. Nun kann man Absinth auch in Köln geniessen: Zunächst wurden Absinthe in einigen kleineren Lokalen als eine Variante der bekannten Pastis-Sorten angeboten. Im Mai 2001 nahm das Restaurant BAR TABAC - als eines der Lokale mit Kölns grösster Pastis-Auswahl - Absinth in ihr Angebot auf und schenkt seither sechs der verbreitesten Sorten aus. Als "Urvater" der Cocktail-Spirituosen erfreut der Absinth hier immer grösster Beliebtheit. Derzeit bietet der Barchef 5 der schmackhaftesten Absinth-Cocktails an. Nach dem Beginn des Siegeszuges der "Grünen Fee" in Köln bieten wir nun allen Interessierten die Möglichkeit, das "wahrhaft göttliche Getränk" selbst auszuprobieren! Der Trinkgenuss Absinth enthält deutlich mehr Alkohol als die meisten anderen Spirituosen, man trinkt ihn deshalb selten pur. Er wird gestreckt, meistens mit eisgekühltem Wasser, aber auch mit Champagner, mit Sekt, mit rotem oder weißem Wein. Zuerst gibt man einen guten Schuß Absinth in ein Glas. Dann gießt man langsam Wasser oder anderes hinzu, ungefähr im Verhältnis 1:5. Die meisten Absinthe beginnen zu opaleszieren, wenn man sie auf diese Weise mischt, sie entwickeln einen milchigen Schimmer, da die Kräuterextrakte nicht wasserlöslich sind. Anstelle von Wasser kann man das Glas auch mit Eiswürfeln auffüllen, am besten mit gestoßenem Eis. Für das historische Absinthritual, wie es im 19. Jahrhundert üblich war, brauchte man ein besonderes Accessoire, den Absinthlöffel, der aussah wie eine Art perforierter Tortenheber. Den Absinthlöffel legte man auf ein Glas und obenauf ein Stück Würfelzucker. Dann ließ man aus einer Karaffe kühles Wasser durch den Zucker in den Absinth träufeln, so langsam, daß sich das Zuckerstück auflöste und in den Absinth rann. Der Zucker nahm dem Absinth seine Bitterkeit, die auf dem damals noch höheren Wermutanteil beruhte. Eine andere Variante der Zuckerung kommt aus Böhmen: Man gibt Absinth in ein Glas und taucht einen mit Kristallzucker gefüllten Teelöffel hinein, so daß sich der Zucker vollsaugt. Dann entzündet man den alkoholgetränkten Zucker und läßt die karamelisierende Masse in den Absinth tröpfeln, verrührt ihn und gießt Wasser hinzu. Damals wie heute wird Absinth nicht nur mit Wasser, Sekt oder Wein, sondern auch mit anderen Spirituosen gemixt. Absinth hat geradezu Cocktailgeschichte geschrieben, denn der Sazerac, angeblich der erste Cocktail der Welt, ist ein Absinth-Cocktail. Der gebürtige Franzose Antoine Peychaud, Erfinder des Sazerac, experimentierte in New Orleans mit verschiedenen Mixgetränken und probierte sie an seinen Freunden aus. Dabei präsentierte er ihnen die Drinks in Eierbechern, und da die Amerikaner das französische Wort für Eierbecher, coquetier, ein wenig eigenwillig aussprachen, wurden Peychauds Kreationen bald Cocktails genannt - so geht zumindest eine der Entstehungsgeschichten des Wortes. Unser Angebot Wir bemühen uns alle Produkte rund um den Absinth anzubieten. Im einzelnen sind dies die wichtigsten Sorten, wie Lasala, Montana, Absente, Mari Mayans, Hill´s und Serpis (weitere folgen!!), dazu Absinth-Gläser und -Löffel. Für weitere Informationen rund um Absinth, Absinthlokale in und um Köln, Medienberichte etc. oder Preisanfragen und Bestellungen schickt uns einfach eine Email: Matthias Wirth |